Toscana

Schlagzeugseminar in der Toskana und Zusatzwoche mit Yves

2.6.12
Um 5.21 losgefahren via Brig-Milano-Firenze nach Pontedera. Mit dem Auto wurden wir in unsere Villa gebracht. Schlagzeug einrichten, Mittagessen, etwas üben, Umgebung erkunden. Die anderen übten fast den ganzen Nami lang, ich nahm mir Zeit zum Lesen und Plegerlen. Die Lage der Villa ist super. In einem Kellerabteil habe ich zwei kleine Büsis gesehen, draussen wachsen Orangen und Lorbeer en masse, die Sonne scheint, es gibt einen riesigen Pool. Leider funktioniert Internet irgendwie nicht.

3.6.12
Zmorge, dann Gruppenunterricht draussen mit den Pads. Mittagessen, Siesta, Kleingruppen. Gegen Abend Vorspielen im Plenum, alle zum selben Stück. Znacht, Session mit Trommeln, Cajons und ähnlichem.
4.6.12
Der Gruppenunterricht bei Karsten ist immer ziemlich schnell und koordinativ anspruchsvoll. Jan erklärt lustiger und langsamer. Über Mittag zogen Sturmwinde auf, der Regen blieb aber aus. Am Nami erstmals Einzelunterricht; bei Karsten Lateinübungen, bei Jan Erarbeiten eines Songs. Nach dem Nachtessen nochmals Trommeln für alle. Die sechsjährige Tochter von Jan rückt keinen Schritt von unserem Jüngsten Teilnehmer ab. Erste Liebe…

5.6.12
Heute hat sich Karsten Mühe gegeben, wir gingens langsamer an. Matthias von der Fortgeschrittenen-Gruppe hat zu uns gewechselt. Da mein Bein beim Sitzen noch etwas schmerzt, habe ich stehend mit dem hochgestellten Pad geübt. Im Einzelunterricht konnte ich weiter an meinem Lied arbeiten, das ist cool. Abends gabs italienische Antipasti, was eine tolle Abwechslung zu den üblichen Nudeln war. Danach blieb ich diesmal sitzen bis zum Schluss mit viel Rotwein und Sangria. Am Pool gabs einen Film, den habe ich aber komplett verpasst, weils bei uns so lustig war.

6.6.12
Heute war Off-Day. Wir kriegten eine Einteilung, wonach jeder mit fast jedem mal 20 Minuten gespielt hat. Das war ziemlich laut und für mich eher schwierig, weil mir noch die Fantasie für lustige Fills fehlt. Nach dem Mittagessen fuhren die einen zum Strand, die anderen blieben hier und relaxten oder übten. Abends marschierten wir nach Lari in eine Pizzeria. Ausser mir kann kein Mensch Italienisch. Julius hat den ganzen Tisch mit seinen Filmnacherzählungen köstlich unterhalten. Mit zwei Autos wurden wir danach heimgefahren und kuckten den Film Ritter der Kokosnuss. Ich allerdings nur zur Hälfte, dann ging ich ins Bett.

7.6.12
Ich habe die Katzen gefüttert, worauf sicher sieben Winzbüsis aufgetaucht sind. Ansonsten habe ich den ganzen Tag versucht, die Noten aus meinem Stück herauszuhören. Riesenarbeit, aber mal ganz lustig. Den Einzelunterricht bei Karsten mag ich nicht, er scheint sich bei den Anfängern doch sehr zu langweilen.

8.6.12
Nochmals am Stück gefeilt. Es ist ein richtig schönes Hau-drauf-Stück und macht wirklich Spass. Am Nami hüpfte ich dann auch tatsächlich kurz in den Pool. Nach dem Nachtessen gabs einen feierlichen Einmarsch in den schön kerzenbeschienen Unterrichtsraum, danach gabs das grosse Vorspielen. Ich war eigentlich recht ruhig, plötzlich hatte ich rechts aber einen unbeherrschbaren Knieschlotter. Anschläge waren gut, auch die Time hatte ich fast immer drauf, aber einige Passagen habe ich verpasst. Die anderen haben auch gut gespielt, die meisten einfach sehr laut und schnell. Danach noch ziemlich lange draussen gesessen, getrunken, geredet.

9.6.12
Transfer nach Pisa Flughafen, von dort den Zug zum Hauptbahnhof genommen. Gepäck einstellen und Marsch durch die Stadt. Als Yves ankam, nochmals durch die Stadt und zum schiefen Turm marschiert, unterwegs ein kleines Zmittag. Danach Fahrt nach Siena, Taxi in unser Feriendomizil und Znacht im dorfeigenen Beizli, das zwar sehr unromantisch aussah, aber wo gut gekocht wurde.

10.6.12
Wir marschierten kilometerweit nach Siena, um dann doch noch ein Taxi zur Vermietstation zu nehmen. Die war dann leider geschossen. Also mit dem Taxi zurück und uns die Stadt beguckt: Piazzo del Campo, Duomo mit Turmbesteigung, sehr gutem Degustationszmittag mit je zwei primi und secondi Piatti. Da wir beim Heimgehen noch posten wollten, marschierten wir alles wieder zurück, aber der Laden war geschlossen. Also zu Fuss zum Bahnhof, auch wieder ein paar Kilometer. Im Bahnhof konnten wir Vorräte einkaufen und fuhren mit dem Taxi zurück. Znacht dieses Mal aus dem Kühlschrank.

11.6.12
Mit dem Taxi zu Europcar gefahren. Der Agent habe gestern eine Stunde auf uns gewartet… Zuerst via Le Crete nach Asciano gefahren. Eine tolle hügelige Landschaft und ein altes Städtchen mit Mauer aus dem 13. Jahrhundert. Nach einem Caffè latte weiter zum Kloster Monte Oliveto Maggiore, wo wir das Gelände zu Fuss erkundet haben. Danach nach Montalcino und die Festung erkundet. Es windete ziemlich stark. Trotz ein paar Regentropfen sind wir durchs ganze schöne Dörfchen gewandert. Den Brunello haben wir ausgelassen, da die Auswahl zu gross war. Aus Hunger- und Müdigkeitsgründen Rückfahrt angetreten und in einem Supermarkt alle möglichen guten Sachen gepostet. Den hauseigenen Whirlpool frequentiert. Frühes Znacht auf der Terrasse mit Giacobbo und Müller via Internet.

12.6.12
Haupt-ich-will-Sehen-Punkt war Pitigliano. Zuerst besuchten wir aber am Weg Buonconvento, obwohl das in keinem Führer erwähnt ist. Daher gabs auch kaum Touristen. Ist aber sehr sehenswert. San Quirico d’Orcia. Später dann fuhren wir ein paar Schritte in ein Wäldchen, um unser Sandwich zu verdrücken. Als wir wieder wegfahren wollten, kam ein Polizeiauto, wollte unsere Ausweise sehen und fragte, was wir hier täten. Sie kontrollierten ziemlich lange unsere ID’s um uns dann buone Ferie zu wünschen. In Pitigliano waren die Parkplätze schon fast voll. Wir marschierten quer durch die Stadt und retour und genehmigten uns dann eine toskanische Glace. Das Äussere des Städtchens ist spektakulärer als die Stadt selbst. Danach Fahrt nach Savona, wo wir ein Mutterbüsi mit Jungem fötelen konnten. Kurz nach dem Städtchen kamen wir zu den etruskischen Gräbern mit einem Hohlgang durch den Wald. Weiter gings zu den Cascate del Gorello. Hier gibt’s recht viele Sinterterrassen, wo warmes Schwefelwasser herabfliesst und wo man gratis bädelen kann, was wir natürlich auch gemacht haben. Nach dem Verspeisen eines Riesentoasts programmierten wir das Navi quer durch die Botanik. Wir tuckerten durch enge, kurvige Strässchen hügelauf und hügelab und stellten fest, dass man sich auch mit Navi gut verfahren kann. Ziemlich spät kamen wir endlich zu Hause an und gingen in Tognazza was Kleines essen.

13.6.12
Heute wollten wirs eher ruhig angehen. Wir bummelten zuerst nach Monteriggioni, besuchten die Stadtmauer mit ihren 14 Wehrtürmen. Danach gings weiter nach Colle di Val d’Elsa. Schon wieder so eine Stadt auf dem Hügel mit viel Schön – Gässchen, Gemäuer und schönen Blumentopfarrangements. Weiter nach dem heutigen Tageshighlight, San Gimignano. Wie befürchtet, ist dies ziemlich überlaufen. Da wir ausserhalb der Stadtmauern obsi dackelten, haben wir dieses aber lange nicht mitbekommen ;-)). Gut, ein erstes Indiz hätte die Tatsache sein können, dass wir den letztmöglichen Parkplatz erwischt haben. Zum Zmittag gabs eine Glace, um den Zuckerspiegel etwas anzuheben. Danach Besteigung des höchsten Turms. Immer der erste einer Gruppe schlägt oben den Kopf an. Bei uns war natürlich ich das. Von oben gibt’s eine grandiose Aussicht über die halbe Toskana, allerdings auch starken Wind. Langsam tuckerten wir wieder heimzu. Ganz echt kochten wir dann zuerst ein Primo Piatto mit Nudeln, danach ein Secondo mit Fleisch. Und dazu EM.

14.6.12
Sind früh – um 7.00 Uhr ;.)) – aufgestanden. Mit dem Bus fuhren wir ohne zu zahlen nach Siena, dann mit dem Zug nach Florenz. Besichtigungspunkte: Kirche Santa Maria Novella, Ponte Vecchio hin und zurück, Palazzo Vecchio, von den Uffizien nur die Schlange vor den Schaltern. Auch beim Dom und dem Campanile bildeten sich lange Schlangen. Bei der kürzesten sind wir angestanden und haben erst bei Eingang bemerkt, dass dieses der Eingang zur Kuppel war. Also sind wir ca 200 Stufen hochgekraxelt und haben die Kuppel bestaunt. Entzückt nahmen wir dann zur Kenntnis, dass wir noch weiter hoch gehen können und ausserhalb der Kuppel die Aussicht über die Stadt geniessen können. Das Runtergehen war schwierig, da Leute um Leute hoch kamen. Endlich wieder unten, suchten wir ein Beizli, wo wir uns vom Wirt zu einem frischen Pilzgericht mit Rohschinken und Parmesan überschnurren liessen. Als Hauptgericht gabs superfeines Bistecca alla fiorentina. Aussen wars schön knusprig, innen sehr zart. Dazu natürlich so viel Wein, dass wir danach wieder schlabberig waren. In der Nähe gabs noch die Bar mit den scheinbar weltbesten Glaces, also haben wir die noch besucht. Die Schlangen bei den Uffizien waren noch nicht kleiner, so dass wir wieder heim tuckerten. Mit den Resten im Kühlschrank danach Gnocchetti alla carbonara gebastelt und auf der sonnigen Terrasse verspiesen. Dazu eine uralte Giacobbo-Sendung geguckt. So sind Ferien!

15.6.12
Nach dem langsamen Aufstehen fuhren wir gemütlich nach Lucignano, wo wir unbehelligt von anderen Touris das Städtchen besichtigen und einen Caffé latte geniessen konnten. Danach Weiterfahrt nach Cortona. Die Stadt ist sehr hügelig, bietet oben dann aber auch eine sehr grandiose Aussicht. Unterwegs noch toskanische Fressalien-Souvenirs für die Rocky-Hüters gekauft. In einer Schreckminute habe ich geglaubt, mein Portemonnaie sei weg, es hatte sich aber nur versteckt. Zu guter Letzt haben wir noch Montepulciano „mitgenommen“. Inzwischen hatten wir so viele schöne Städtchen mit alten Häusern auf einem hohen Hügel gesehen, dass wir keines mehr verkraften konnten. Also auf der Direttissima nach Hause und ausgiebig duschen. Das EM-Spiel um 18.00 musste verschoben werden, da ein gewaltiges Gewitter niederging. Wir fuhren um 19.00 mit dem Bus nach Siena, genehmigten uns einen Apéro und ein gutes Znacht und Yvi machte ein paar Fotos by night. Danach mit dem Taxi nach Hause.

16.6.12
Ohne jegliche Eile haben wir gepackt und das Auto abgeliefert. Danach Fahrt nach Pisa, weil unser Ticket ab Pisa gültig ist. In einer Pizzeria kriegten wir eine gute Pizza. „Unser“ Wagen im Zug nach Mailand war eigentlich abgeschlossen, da die Klimaanlage ausgefallen war. Wir setzten uns trotzdem auf unsere Plätze, da wir so wenigstens das ganze Abteil für uns alleine hatten. Auch konnten wir das Fenster ein wenig öffnen, was das Ganze recht angenehm gestaltete.